Nisthilfen, Insektenhotel, Bienenhotel und Co. 

Wir benutzen in der Regel das Wort Nisthilfen für unsere Brutröhren, da Begriffe wie Bienen oder Insektenhotel einen falschen Eindruck vermitteln können. 
Die angebotenen Röhren in Form von Bohrlöchern oder Bambusrohr, sind für die Liebhaber von Hohlräumen unter den Wildbienenarten und ihre parasitären Begleiter. Sie legen ihr Gelege in Form von Brutkammern in den Nisthilfen an. Gelegentlich wird auch mal in einer Röhre übernachtet, doch die meisten Wildbienen nutzen andere Übernachtungsmöglichkeiten. Viele der über 560 in Deutschland lebenden Wildbienenarten sind allerdings in der Erde nistend. Sie legen die Nistkammern in Wiesen, an Steilhängen, Kiesgruben und allen erdenklichen Stellen, selbst an. 

Wie wir zufällig für erdnistende Wildbienen einen Nistplatz schufen

Unser Garten besteht aus keiner ebenen Fläche, sondern es gibt viele Unebenheiten, es ist wie man bei uns sagt „krumm und buckelig“. An einer Stelle wurde immer wieder mit dem Messer des Rasenmähers direkt über die Erde „geschrabbert“ und es entstand an dieser Stelle eine kleine Brache. Nachdem wir die ersten Wildbienen beobachten konnten, die suchend über diese dürre Wiesenstelle flogen, haben wir sie bewusst so gelassen und auch immer wieder besonders tief darüber gemäht. Nun sind schon seit einigen Jahren verschiedene Sand und Furchenbienen eingezogen. Durch das Mähen lassen sie sich nicht stören und es ist ein ständiges Ein- und Ausfliegen zu beobachten.

Unsere Nisthilfen …
… oder von Summ Summs, Brumm Brumms, Wechsel Brumm Summs und 
Design- Häusle

Die Nisthilfen die wir gestalten, zeichnen sich durch die blitzsauberen Niströhren die langsam und sorgfältig gebohrt und gefeilt werden aus. Dadurch unterscheiden sie sich von vielen als Insektenhotel angebotenen Insektenhäusern. 
Alle Nisthilfen, die wir anbieten sind Einzelstücke. Jedes ist in Form oder Gestaltung etwas anders. Die sogenannten Summ Summs unterscheiden sich hauptsächlich in der Gestaltung der Dächer. Jedes ist anders bemalt. 

Die Holz-Bambus-Kombi haben wir Brumm Brumm genannt, da diese mit überwiegend größeren Lochdurchmessern ausgestattet sind und so die größeren „Brummer“ unter den Wildbienen ansprechen.
Die Nisthilfe besteht aus 15mm Multiplextafeln und hat eine Tiefe von 11 cm. Die Hinterseite ist geschlossen und hat eine umgekantete Ringschraube als Aufhänger. Da wir die wertvollen Reststücke aus der Summ Summ Herstellung nicht entsorgen wollen, werden diese auf ein Maß von 60 x 60 mm gesägt und mit ca 40 Löchern im Durchschnitt von 3mm bis 7mm quer zur Faser gebohrt. Das gebohrte Kantholz wird nun gemeinsam mit ca. 40Bambusröhren in das Brumm Brumm eingebaut. Die Bambusröhren haben einen Bohrungsdurchmesser von 4 bis 10mm. Die Röhren haben eine Länge von 10 bis 11 cm, um eine unterschiedliche Höhenstruktur für die Wildbienen zu erstellen. Die Insekten finden ihre einmal ausgewählte Niströhre besser, wenn nicht alle Röhren auf einer Ebene sind. Das Dach des Brumm Brumms wird mit Leinöl behandelt, um es vor Nässe zu schützen. Falls sie das Wildbienenheim nicht aufhängen können, liefern wir einen Aufsteller mit, auf denen die Nisthilfe auf ebener Fläche stehen kann. Bitte achtet auch hier auf einen sicheren Standort oder befestigt sie so, dass keine Katzen, Vögel oder ein starker Wind sie umwirft.

Es gibt  auch Modelle, die wir Wechsel Brumm Summs nennen. Sie sind eine Besonderheit, da sie die Möglichkeit bieten nach einem Jahr den Nistblock auszuwechseln und zu checken, ob die Niströhren frei sind und gereinigt werden können.
Denn einige der großen Wibi-Arten belegen schon einmal benutzte Niströhren nicht gerne noch einmal. Oder es werden Niströhren ohne Brut verschlossen um Schlupfwespen zu verwirren.
Die Idee Wechselblöcke anzubieten kam uns nach einem Gespräch mit Paul Westrich, der in Deutschland der führende Experte für Wildbienen ist. Seine Empfehlung: 
Um sicher zu gehen, dass alle Wildbienen aus den Röhren geschlüpft sind und diese nicht schon wieder neu belegt sind, die Nisthilfe in eine Kiste mit einer etwas größeren Öffnung stellen. Insassen werden so den Ausgang finden, doch eine Neubelegung ist relativ unwahrscheinlich.
Da diese Nisthilfen dann im Zeitraum der Neubelegung nicht benutzt werden können bieten wir die obengenannten Nisthilfen mit Wechsel Blöcken und auch einer passsenden Ausschlupfkiste an. .

Der belegte Nistblock wird im November an die gegenüberliegende Seite des Ausfluglochs gestellt.
Dort verbleibt er ein Jahr im Freien.
Nach einem Jahr können alle Bohrungen ausgefeilt werden und mit dem anderen Nistblock ausgetauscht werden.

Bei den Design- Häusle wird oft nicht die ganze Fläche des Holzes für Brutröhren ausgenutzt, doch stellen sie eine nette Ergänzung zu vielleicht schon vorhandenen Nisthilfen dar.
Auserdem sind sie eine nette Geschenkidee für Naturliebhaber.

Was passiert wenn... 

... die Nisthilfen einige Jahre Wind und Wetter ausgesetzt waren? 

Schaut euch das Bild an, dann wird jeder Komentar überflüssig. Das Wildbienenheim in der Mitte hat schon einige Generationen von Mauerbienen und anderen Wildbienen beheimatet. Regen und Sonne haben auf das Naturmaterial Holz natürlich einen großen Einfluß. Vor allem wenn es nicht mit chemischen Holzschutzmitteln behandelt wurde. Auch die Nestverschlüsse der  Bewohner  hinterlassen ihre Spuren. Solche Nistblöcke nehmen wir ein Jahr aus dem Verkehr indem wir sie seperieren, so dass noch eventuell  nicht geschlüpfte Bienen ausfliegen können, neue Bewohner aber auch nicht mehr den Weg hienein finden. Dies wird in der Bildergalerie und bei Nisthilfen - Wechsel Brumm Summs näher beschrieben. Hierbei folgen wir auch einer Empfehlung von Paul Westrich  www.wildbienen.info.de
Klaus hat das Alte, nachdem es keine Bewohner mehr beherbergte, abgeschliffen/geschmirgelt und die alten Bohrungen ausgefeilt. Nun ist es renoviert und kann wieder an seinen Platz an der Garagenwand. Es sieht natürlich nicht mehr ganz so taufrisch wie das Linke, noch unbenutzte aus, doch die Wildbienen interessiert das nicht.

Insektenhotel

Man könnte ebenso fragen:
Warum Vogelnistkästen?

Doch diese Frage stellt sich kaum noch jemand, denn Vögel haben eine große Lobby. Ein Nistkasten im Obstbaum lockt zum Beispiel Meisen, die natürlichen Schädlingsbekämpfer im Obstgarten, an. Doch gehen wir einen Schritt zurück und betrachten die Bestäuber. Dass abgesehen von den allseits bekannten Honigbienen noch zahlreiche Wildbienenarten dazugehören ist wenig bekannt. Diese Wildbienen, zu denen auch Hummeln gehören, leisten einen nicht unerheblichen Teil der Bestäubung unserer Nutzpflanzen. Viele dieser Insekten sind auf Hohlräume angewiesen, die sie in der Natur zum Beispiel in Form von Käfergängen verschiedener sich in Holz entwickelnder Käferarten finden. Bei uns heißt es dann im Dialekt „ do isch da Wurm drin“. Diese Käfer benötigen oft Jahre um ihre Gänge zu verlassen und so für Wildbienen nutzbar zu machen. 

Man kann sich nun gut vorstellen, wie schwierig es für Wildbienen heute ist, in der von uns Menschen aufgeräumten Natur, entsprechende Nistgelegenheiten zu finden. Denn wo findet sich in unseren Städten und Dörfern noch unbehandeltes Holz, das Jahre lang erst Käfern, dann Wildbienen überlassen wird. Genauso schwierig ist es oft auch im Wald und auf den Wiesen, da „Totholz“ (eigentlich sollte man es Lebensraum nennen,) viel zu oft sofort „aufgeräumt“ wird.
Doch eine Nistgelegenheiten zu finden ist erst die halbe Miete, eigentlich sogar nur ein Drittel. Um die Röhren in einzelne Brutkammern zu teilen und dann den äußeren Zugang zu verschließen benötigen die Wildbienen Baumaterial. Jede Art hat dabei verschiedene Vorlieben, Es gibt Verschlüsse aus Erden und Lehm, mit oder ohne Steinchen, Verschlüsse aus Harzen oder andere, die pflanzliche Substanzen bevorzugen.

Der dritte und sehr wichtige Faktor für ein Ansiedelung der Insekten ist natürlich deren Nahrung. Es müssen ausreichend Nahrungsquellen in der näheren Umgebung vorhanden sein. Blühpflanzen aller Art, wobei heimischen Arten der Vorzug gegeben werden sollte. Viele sogenannten Unkräuter sind für manche Spezialisten unter den Wildbienen lebensnotwendig, da sie speziell auf diese angewiesen sind.
Die fehlende Vernetzung der Lebensräume, Pestizide in der Landwirtschaft und immer größere Monokulturen tuen ein weiteres um den Wildbienen das überleben schwer zu machen. 
Besser wäre es, wenn wir nicht nachhelfen müssten bei der Suche nach schnuckeligen Plätzen für die Bienenbrut. Doch Menschen gemachte Probleme benötigen Menschen, die wenigstens versuchen wieder etwas gutzumachen. Deshalb spielen wir Holzwurm☺
Auch mit kleinen Oasen für diese fleißigen Bestäuber, 
können wir als EINZELNE etwas für das große GANZE tun.
 Wir helfen damit ihre Lebensräume zu vernetzen und so für einen gesunden Austausch zu sorgen. 
Mit unseren Nisthilfen und Infos wollen wir einen kleinen Beitrag leisten und dies auch euch ermöglichen.

Summ Summ:

Es wird nur Hartholz wie Eiche, Buche oder Esche verwendet, da diese Holzarten weniger Feuchtigkeit aufnehmen und harzfrei sind.
Derzeit verwenden wir 80mm X 80mm Buchenholz Kanteln.
Die Summ Summ – Dächer sind alle Handbemalt und somit Unikate

Zuerst werden die Kanthölzer auf die gewünschte Länge gekürzt und nun beginnt die Fleißarbeit. Langsam und sorgfältig werden ca 80 Löcher in den Größen 3mm bis 7mm gebohrt, die Löcher mit den kleinen Durchmessern werden mit speziellen Tieflochbohrern ausgeführt. Es ist wichtig immer quer zur Faser und sehr sauber zu arbeiten, In ausgefranste Bohrungen werden keine Wildbienen einziehen, da dies Gefahr für die zarten Flügel bedeuten, ohne die das Insekt nicht lebensfähig ist. Für die schlüpfende Brut wäre es ebenso fatal, denn mit zerrissenem Flügel hätte diese nächste Generation keine Chance. In quer zur Faser gebohrten, Holz entstehen weniger Schwundrisse, als in stirnseitig bearbeiteten. Durch die Schwundrisse könnten Feuchtigkeit und somit Pilze und Parasiten in die Brutkammern gelangen.

Die Aufhängung besteht aus einer gebogenen Ringschraube. Und zu guter Letzt wird noch das „Dächle“ darauf geschraubt. Die kleinen Dächer sind nicht unbedingt notwendig, doch sie bieten einen zusätzlichen Schutz vor dem Wetter. Durch die Bemalung sind sie etwas robuster, da der wasserbasierte Holzlack zusätzlich etwas Schutz bietet. Dennoch sollten die Nisthilfen an einen vor Schlagregen geschützten Ort angebracht werden. 
Habt ihr keine Möglichkeit eine Nisthilfe aufzuhängen? Kein Problem. Mitgeliefert werden drei kleine Mosaikfliesen, auf denen das Summ Summ auch auf eine Fensterbank gestellt werden kann ohne von unten Nass zu werden. Bitte achtet auf einen sicheren Standort oder befestigt sie so, dass keine Katzen, Vögel oder ein starker Wind sie umwirft.

Im Idealfall sollte die Nisthilfe an einem vorwiegend sonnigen und vor Starkregen geschützten Ort aufgehängt werden. Am besten an einer Wand. Man kann sie aber auch auf den Fenstersims stellen, muss aber dafür sorgen, dass sie nicht herunterfallen können oder z.B. von Vögeln oder Katzen runter geschubst werden. Staunässe von unten sollte auch vermieden werden. 

Ferner empfiehlt es sich eine insektenfreundliche Umgebung mit Frühblühern und Blütenpflanzen bis zum Herbst in der Nähe zu haben oder zu gestalten. 

Es ist wichtig, dass die Wildbienen in der Nähe Baumaterial finden können. Die einzelnen Kammern und der Eingang der Niströhren werden je nach Art mit verschiedenen Materialien verschlossen. 

Die Nisthilfen müssen auch über den Winter im Freien bleiben, da die Insekten entweder in einem Larvenstadium oder voll entwickelt darin überwintern. Die ersten Wildbienen können schon im Februar/März schlüpfen.
Wird dies beachtet wird das Summ… Summ und auch das Brumm… Brumm schnell besiedelt. 

Generell sollten Wildbienenheime nicht in Bäumen aufgehängt werden, da hier ein feuchtes Mikroklima herrscht, welches der Bienenbrut schaden kann. Natürliche Niströhren befinden sich in der Regel auch nur in trockenem Holz, zum Beispiel in sogenanntem Totholz. 

Wir Menschen lieben „unseren Garten“. Für Kinder ist er ein großer Spielplatz, für Jugendliche eher die Möglichkeit über das Spießbürgertum der Älteren zu lästern, oder das Taschengeld aufzubessern. Irgendwann wird er zu einem Stück Selbstverwirklichung, einer Ecke Natur beim Haus, Fluchtort vor dem Alltag oder einfach nur ein Platz zum Durchatmen. Dabei ist die Größe nicht entscheidend, auch ein Balkon verkörpert für den Besitzer ein Stück Garten und selbst ein Blumenkasten am Fenster bringt dieses Stück Natur ans Haus.
Mit etwas Umdenken und Mitdenken, kann er aber auch ein Wohnort für Wildbienen und andere Insekten werden.



Einige Tipps für euch um Wildbienen Nahrung und Nistplätze anzubieten:
  • Lasst ein Stück Rasen wieder Wiese werden.
  • Pflanzt heimische Stauden und Gehölze.
  • Überlasst unangemeldeten Gästen wie Brennnessel oder anderen Wildpflanzen ihren selbst gewählten Standort.
  • Verzichtet auf Gift.
  • In einer Ecke in der er nicht stört, darf ein „Haufen Allerlei“ entstehen. Baum und Strauchschnitt, hohle Stängel von Stauden usw. Er bietet nicht nur Insekten Unterschlupf, sondern kann auch eine Unterkunft für Igel oder Zaunkönige werden.
  • Ein „Haufen Steine“ wird zu einer Kieshalde oder einem kleinen Berg, der bestimmte Spezialisten anlockt oder auch Eidechsen eine Wohnung beschert.
  • Vergesst ab und zu die große Schere oder die Motorsense und lasst an Rändern und Kanten die Gräser wachsen. Besonders dekorative Gräser können dann dauerhaft stehen bleiben und ihr mäht sie nur ein oder zweimal im Jahr ab.
  • An anderer Stelle könnt ihr ein Stück Wiese/Rasen immer wieder sehr tief abmähen. Besonders gut eignet sich eine nach Süden ausgerichtete Stelle an einem Hang oder kleinen Hügel. So entsteht eine kleine Brache und somit Nistplätze für einige erdbewohnende Insekten und Wildbienen.
  • Sorgt für Wasserstellen, an denen Insekten und auch Vögel Gelegenheit finden zum Trinken oder Baden.
Ihr werdet bald beobachten, wie euer Garten immer lebendiger wird. Bienen, Wildbienen, Schmetterlinge und andere Insekten werden ihn besuchen und bei Gefallen Dauergast bleiben.

"Auch mit kleinen Naturoasen  

können wir als EINZELNE etwas für das GROßE GANZE tun."

Hier möchten wir gerne kleine Oasen zeigen, bei denen unsere Nisthilfen ein wenig mithelfen die Lebensräume der Wildbienen zu vernetzen. Wir bedanken uns bei Freunden und Kunden für die Bilder.

Falls auch du eine kleine Wildbienenoase auf Terasse, Balkon oder im Garten bereitstellst und eine Nisthilfe von uns bekommen oder gekauft hast, darfst du uns gerne Bilder zuschicken. 

www.wildbienenheim.de

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